Rechtschreibtraining

Zu den Wörtern des Grundwortschatzes sind fertig bedruckte Karteikarten verfügbar, man kann die Karten aber auch selbst beschriften.

Vorderseite
Vorderseite

Auf der Vorderseite jeder Karteikarte steht ein Lückensatz, es fehlt also ein Wort im Satz. Dieses Wort soll vom Schüler geschrieben werden.

Rückseite
Rückseite

Auf der Rückseite jeder Karteikarte steht der vollständige Satz, darunter ist das zu schreibende Wort abgedruckt.

Die Beschreibung erfolgt für das Grundwortschatz-Training mit Karteikarten, das als fertiges Paket erhältlich ist. Wer die Karteikarten selbst beschriften will, kann z.B. den Grundwortschatz als kostenlose Vorlage benutzen.

Lernablauf beim erstmaligen Lernen

Beim erstmaligen Lernen nimmt man neue Karteikarten aus der Packung mit der Aufschrift „Grundwortschatz 1“. Der Partner diktiert den auf der Rückseite stehenden Satz und wiederholt das zu schreibende Wort. Bei der oben dargestellten Karteikarte liest der Partner also vor: „Du hast Glück gehabt. Glück“. Nun schreibt der Schüler das Wort. Als Hilfe kann die Vorderseite der Karteikarte gezeigt werden. Hierzu legt man die Karte einfach vor den Schüler auf den Tisch.

Lernablauf am ersten Lerntag
Lernablauf am ersten Lerntag

Ist die Schreibung richtig, so kommt die Karteikarte in Fach 4 der Lernkartei (grüner Pfeil). Dort macht sie eine Pause von zwei Wochen. Um die Pausen ungefähr einhalten zu können, kann auf die Karteikarte das jeweilige Datum geschrieben werden. Auf der Vorderseite der Karteikarten sind hierzu fünf Bereiche vorgesehen. 

Ist die Schreibung falsch, so wird das falsch geschriebene Wort durchgestrichen und mit einem Blatt abgedeckt. Durch das Abdecken des Wortes kann sich der Schüler bei der nächsten Schreibung nicht am falsch geschriebenen Wort orientieren.

Nun schaut sich der Schüler das zu schreibende Wort auf der Karteikarte genau an. Beim Anschauen des Wortes kann dieses auch deutlich ausgesprochen werden. Dann wird das Wort aus dem Kopf geschrieben. Ist die Schreibung nun richtig, wandert die Karteikarte in Fach 1 (roter Pfeil). Bei einer erneuten Falschschreibung wird das Wort nochmals angeschaut und dann nochmals geschrieben. Bevor das Wort in die Lernkartei kommt, muss es aus dem Kopf richtig geschrieben worden sein. 

Auf diese Art werden je nach Alter und Leistungsfähigkeit des Kindes 10 bis 30 neue Wörter diktiert.

Wiederholung der Wörter in Fach 1
Wiederholung der Wörter in Fach 1

Die Karteikarten sind am ersten Tag in Fach 1 und/oder in Fach 4 gewandert. Befinden sich Wörter in Fach 1, so werden diese am gleichen Tag nochmals wiederholt. Das Üben erfolgt nach der oben dargestellten Methode. Die Wörter bleiben aber für diesen Tag noch in Fach 1.

Ok, man kann sie auch in Fach 2 wandern lassen, wenn das Kind dies wünscht. Sie wurden ja richtig geschrieben. Man muss sich nur dessen bewusst sein, dass einige Wörter am nächsten Tag eventuell wieder zurück in Fach 1 kommen.

Lernablauf am zweiten Tag

Lernablauf am zweiten Tag
Lernablauf am zweiten Tag

Am zweiten Tag befinden sich bereits Wörter in Fach 1 und/oder in Fach 4. Sind Wörter in Fach 1, so werden diese geübt. Die Wörter in Fach 4 haben noch Pause.

Wort und Satz der Karteikarten aus Fach 1 werden diktiert und das Wort wird vom Schüler geschrieben. Bei Richtigschreibung wandern die Karteikarten in Fach 2 und machen dort einen Tag Pause, bei Falschschreibung bleiben sie in Fach 1.

Danach kommen neue Wörter dran. Je nach Alter und Leistungsfähigkeit des Kindes können 10 bis 20 neue Wörter geübt werden. Bei Richtigschreibung wandern diese in Fach 4 und machen dort zwei Wochen Pause, bei Falschschreibung kommen sie in Fach 1.

Zum Schluss werden die Wörter aus Fach 1 nochmals geübt, bis sie aus dem Kopf richtig geschrieben werden. Sie bleiben aber noch in Fach 1.

Lernablauf am dritten Tag

Am dritten Tag befinden sich wahrscheinlich Wörter in Fach 1, Fach 2 und Fach 4. Zuerst kommen die Wörter aus Fach 1 dran. Bei Richtigschreibung wandern sie in Fach 2, bei Falschschreibung bleiben sie in Fach 1.

Dann werden die Wörter aus Fach 2 geübt. Allerdings nur die Wörter, die sich mindestens schon einen Tag in Fach 2 befinden. Bei Richtigschreibung wandern die Karteikarten in Fach 3 und machen dort ein Tag Pause. Bei Falschschreibung kommen sie in Fach 1.

Nun sind wieder neue Wörter an der Reihe, je nach Alter und Leistungsfähigkeit 10-20. Wie immer wandern die neuen Wörter bei Richtigschreibung in Fach 4, bei Falschschreibung in Fach 1.

Zum Schluss werden die Wörter aus Fach 1 nochmals geübt, bis sie aus dem Kopf richtig geschrieben werden. Sie bleiben aber noch in Fach 1.

Der Lernablauf an den folgenden Tagen

Wie immer beginnt das Lernen mit den Wörtern aus Fach 1. Danach sind die Wörter aus Fach 2 und Fach 3 an der Reihe. Nun kommen die Wörter aus Fach 4 dran, die bereits zwei Wochen Pause hatten.

Bei Richtigschreibung wandern die Karteikarten in Fach 5 und machen dort einen Monat Pause. Bei Falschschreibung kommen sie in Fach 1. Danach sind wieder neue Wörter dran und zum Schluss werden die Wörter aus Fach 1 wiederholt.

Lernablauf nach einem Monat

Nach Ablauf eines Monats beginnt das Lernen wie immer mit den Wörtern aus Fach 1. Danach sind die Wörter aus den Fächern 2, 3 und 4 an der Reihe. Nun kommen die Wörter aus Fach 5 dran, die bereits einen Monat Pause hatten.

Bei Richtigschreibung kommen die Karteikarten in die zweite Lernkartei, in der die gelernten Wörter aufbewahrt werden. Bei Falschschreibung wandern sie in Fach 1.

Üben der Wörter in einem Satz

Die Wörter werden im Satzzusammenhang geübt. Pro Satz schreibt der Schüler jeweils nur ein Wort, die dauernde Wiederholung von Häufigkeitswörtern entfällt. Die Darbietung der Wörter in Sätzen hilft bei der Entscheidung über die Groß- und Kleinschreibung und legt die Bedeutung der Wörter fest (arm - Arm, ist - isst).

Führen eines Übungsheftes

Werden Wörter falsch geschrieben, die nicht im Grundwortschatz enthalten sind, so können auch diese in der Lernkartei geübt werden. Hierzu werden eigene Karteikarten geschrieben. Die Gestaltung kann sich nach den Karteikarten des Grundwortschatzes richten.


Steuerung des Schreibablaufs durch Mitsprechen

Rechtschreibschwache Schüler schreiben teils zu schnell und zu unkontrolliert und durchgliedern dabei die Wörter nicht. Auslassungen einzelner Buchstaben oder ganzer Silben sind die Folge. Durch ein Mitsprechen beim Schreiben kann der Schreibablauf gesteuert werden. Der Schüler spricht das Wort Silbe für Silbe und schreibt synchron zum Sprechen.

Die Ursache des Erfolgs dieser Methode ist recht einfach. Versuchen Sie bitte, ein Wort zu schreiben und gleichzeitig ein anderes auszusprechen oder versuchen Sie, die zweite oder dritte Silbe eines Wortes zu sprechen, während Sie die erste schreiben.

Beispiel: Schreiben Sie Blu-men-topf, während Sie Topf-blu-me sprechen.

Es wird kaum gelingen, denn es ist sehr schwierig, genau gleichzeitig etwas anderes zu schreiben als das, was man gerade spricht. Es ist auch kaum möglich, das Wortende zu sprechen, während man den Wortanfang schreibt. Diesen Zusammenhang kann man sich zunutze machen und das Schreiben durch ein synchrones Mitsprechen steuern. 

 

Beim Erlernen dieser Technik spricht der Lehrer laut und in Silben gegliedert vor, die Schüler sprechen mit und erlernen dabei, wie das Wort lautlich für die Rechtschreibung durchgliedert wird, z.B. schwim-men. Die Wörter werden in der Form gesprochen, wie sie geschrieben werden müssen. Danach sprechen die Schüler beim Schreiben mit, steuern den Schreibablauf durch das synchrone Sprechen. Sie sprechen anfänglich laut, später leise und schließlich reicht ein Bewegen der Lippen.